# Demo-Drehbuch in einfacher Sprache

## Das Beispiel: Auftrag und Annahmen

**Dauer 8 Minuten | Übungsfall | keine echten Kunden- oder Mitarbeiterdaten**
### Der Auftrag
- Ein Kunde bestellt 24 m² neue Pflasterfläche (Abschnitt A) am Betriebshof, Preis 85,00 € je m². Im Preis sind Arbeit und Material enthalten.
- Projektnummer B-2026-017, Auftrag A-2026-017 vom 02.11.2026, Arbeit am 05.11.2026, Rechnung DEMO-2026-001 vom 06.11.2026. Alle Daten sind frei gewählt.
- Firma: „Demo Bauhandwerk“, Musterweg 1, 48143 Münster. Kunde: „Demo Lagerbetrieb“, Beispielweg 2, 48143 Münster. Namen und Anschriften sind erfunden. E-Mail: rechnung@example.invalid.
- Steuernummer und Bankverbindung sind ausdrücklich TESTWERTE. Das Ergebnis ist keine verwendbare Rechnung.
### Was im Beispiel bewusst weggelassen wird
Keine Nachträge, Vorauszahlungen, Einbehalte oder Skonto. Normale Umsatzsteuer 19 %. Kein Fall von § 13b (Steuerschuld beim Kunden). Keine Behörde als Kunde.
### Wer macht was?
- **Büro:** legt Auftrag und Projektnummer an und prüft die Kundendaten.
- **Baustellenteam (P01 und P02):** erfasst die echte Arbeitszeit und schreibt den Bericht.
- **Bauleitung:** prüft Menge und Leistung, fragt nach und gibt frei.
- **Buchhaltung:** übernimmt die Position, prüft die Steuer und erstellt die Rechnung.
- **Zuständig für die Ablage:** ordnet Originaldatei und Nachweise zu.
### Arbeitszeit am 05.11.2026
Beide arbeiten von 07:00 bis 15:30 Uhr mit Pause 12:00–12:30. Das sind je 8 Stunden (480 Minuten), zusammen 16 Stunden. Die Pause zählt nicht. Die Stunden sind nur Zeitnachweis – sie werden **nicht** zusätzlich berechnet.
### Was im Auftragsordner liegt
Auftrag A-2026-017 · Bericht BT-2026-017-01 · Leistungsnachweis LN-017 mit 24 m² · Fotoplatzhalter FOTO-017-A („Abschnitt A fertiggestellt“, kein echtes Foto) · Freigabe FG-017 · Rechnung DEMO-2026-001.
**Wichtig:** Das Drehbuch funktioniert auch ohne Internet. Eine echte E-Rechnungsdatei (XML) entsteht erst in einer ausgewählten Testsoftware und wird dort geprüft. Es wird weder ein gelungener Systemtest noch eine gültige Rechnungsdatei vorgetäuscht.

## Der Ablauf in 8 Minuten und der Fehlerfall

### Minute 0–2: Auftrag und Arbeitszeit
Auftrag zeigen und die Projektnummer laut nennen. Die Zeiten von P01 und P02 zeigen. Frage ans Publikum: „Wie viele Stunden sind es ohne Pausen?“ Antwort: 16 Stunden. Diese Stunden kommen **nicht** als eigene Position auf die Rechnung.
### Minute 2–4: Bericht prüfen und freigeben
- Bericht, Fassung 1: „Pflasterfläche Abschnitt A fertig, Menge 24.“ Die Bauleitung gibt noch nicht frei und fragt: „Bitte Einheit und Leistungsnachweis ergänzen.“ Zuständig: P01, bis 06.11.2026 vor der Rechnungsprüfung.
- Fassung 2: „Pflasterfläche Abschnitt A fertiggestellt: 24 m² gemäß LN-017.“ Grund der Änderung: Einheit ergänzt. Die erste Fassung bleibt sichtbar.
- Die Bauleitung prüft am 06.11.2026 um 08:30 Uhr und gibt intern frei.
- Annahme im Beispiel: Die Leistung ist vertraglich nachgewiesen und darf berechnet werden. Eine interne Freigabe ersetzt **keine** nötige Abnahme durch den Kunden.
### Zweiter Fehlerfall (nur wenn Zeit bleibt)
P02 hat das Arbeitsende nicht eingetragen. Das bleibt als „offen“ sichtbar, bis die echte Uhrzeit nachgemeldet und geprüft ist. Nicht einfach 15:30 eintragen und „0 Stunden“ nicht als echte Arbeitszeit übernehmen.
### Minute 4–6: Rechnung
- Position 1: „Pflasterfläche Betriebshof, Abschnitt A, gemäß Auftrag A-2026-017, ausgeführt am 05.11.2026“ – 24 m² × 85,00 € = 2.040,00 €.
- 2.040,00 € netto + 19 % Umsatzsteuer 387,60 € = **2.427,60 € brutto**. Zahlungsziel im Beispiel 20.11.2026. Nichts bezahlen, nichts versenden.
- In echter Software gehören alle Pflichtangaben in die festen Datenfelder. Anschrift, Leistungsdatum und Rechnungsnummer dürfen nicht nur in einem zusätzlichen PDF stehen. Zusätzliche Nachweise über die vorgesehene Anlagen-Funktion mitgeben. [R1, R3]
### Minute 6–8: Prüfen und ablegen
- Zuerst technisch prüfen (Prüfprogramm mit passender Formatversion und ihren Regeln). Dann fachlich: Kunde, echte Leistung, Menge, Preis und Steuer.
- Prüfbericht mit Datum und Version des Prüfprogramms aufheben. Fehler stoppen die Freigabe; Warnungen einzeln ansehen.
- Originaldatei und Nachweise nach den festgelegten Regeln ablegen.
- Im Modell heißt der Status nur „Prüfung vorbereitet“. „Technisch geprüft“ darf erst eine echte, geprüfte Datei heißen.
- Zum Schluss gemeinsam festhalten, wie aus „24“ eindeutig „24 m²“ wurde.

## Vorbereitung und Abnahme der Demo

### Datenfelder für einen späteren Test mit echter E-Rechnung
Diese Liste hilft bei der Vorbereitung. Die Software muss das gewählte Format mit allen Regeln richtig umsetzen. (BT-Nummern sind die Feldnummern der europäischen Norm.)
- Rechnungsnummer: BT-1 = DEMO-2026-001
- Rechnungsdatum: BT-2 = 2026-11-06 · Währung: BT-5 = EUR
- Firma und Kunde: je eigene Datengruppe mit vollständiger Testanschrift
- Kundenreferenz: BT-10 = EINKAUF-017, falls das Format es verlangt. Das ist **keine** Leitweg-ID.
- Auftragsnummer: BT-13 = A-2026-017 · Leistungsdatum 2026-11-05 im passenden Feld
- Menge: BT-129 = 24 · Einheit: BT-130 = MTK (Code für Quadratmeter)
- Preis je Einheit: BT-146 = 85.00 · Positionsbetrag: BT-131 = 2040.00
- Steuersatz: BT-152 = 19 · Summe netto: BT-109 = 2040.00
- Umsatzsteuer: BT-110 = 387.60 · Brutto: BT-112 = 2427.60 · Zahlbetrag: BT-115 = 2427.60
**Vor dem Einsatz:** Felder und Codes mit der aktuellen offiziellen Formatbeschreibung der Testsoftware abgleichen. Die Liste ist keine vollständige EN-16931-Beschreibung und keine fertige E-Rechnung.
### Generalprobe der Technik
- Getrennte Testumgebung mit gekennzeichneten Demo-Konten, keine echten Empfänger.
- Ausgangsstand speichern und das Zurücksetzen einmal ausprobieren.
- Ein fehlerfreies und ein absichtlich fehlerhaftes Beispiel prüfen lassen.
- Version des Prüfprogramms, Ergebnis und geprüfte Datei zusammen aufheben.
- Einmal ohne Internet arbeiten: Eintrag auf dem Gerät, Warteschlange, spätere Übertragung – ohne doppelte Buchung.
- Beamer oder Bildschirmfreigabe mit gut lesbarer Schrift testen.
- Das PDF-Drehbuch bereithalten; falls die Technik ausfällt, damit weitermachen.
### Woran man erkennt, dass die Demo stimmt
Überall steht B-2026-017. Die Zeiten ergeben 16 Stunden. Die Rechnung hat genau eine Position. Die Summe ist 2.427,60 €. Der Fehler verhindert die Freigabe. Korrektur und Zuständigkeit bleiben sichtbar. Nichts wird versendet. Nach spätestens 8 Minuten ist Schluss.
**Stand:** Die echte Software, ihre Datenübernahme und eine gültige XML-Rechnung sind noch **nicht** getestet. Vor dem Termin gilt: entweder eine dokumentierte Generalprobe – oder nur das hier gelieferte, klar als Modell bezeichnete Beispiel ohne Internet verwenden.

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Vom Stundenzettel zur digitalen Bauakte · Orkun Bayram, OCB Consulting · Stand 26.10.2026. Alle Beispieldaten sind erfunden. Keine Rechts- oder Steuerberatung. BMF-Stand 15.10.2026 amtlich ungeprüft.
